Jun
15
2009

Pupillometrie

Eine Referat-Ausarbeitung über die Pupillometrie

1. Die Anatomie des Auges

Wenn man über die Pupillenreaktion spricht, meint man die Verengung (Miosis) und die Weitung (Mydriasis) der Pupille, also die Veränderung der Pupillengröße. Hierbei spielen zwei Muskeln und ihre Anbindung an das vegetative Nervensystem eine wichtige Rolle.
Bei den Muskeln handelt es sich zum einen um den ringförmig um die Pupille angeordneten Musculus sphincter pupillae , welcher der Miosis dient und mit dem hemmenden Teil des vegetativen Nervensystems, dem Parasympathikus, verbunden ist.

Der zweite Muskel ist der radial um die Pupille angeordnete Musculus dilatator pupillae, welcher der Mydriasis dient und mit dem aktivierenden Teil des vegetativen Nervensystems, dem Sympathikus, verbunden ist.

Da beide Muskeln aus glatter Muskulatur bestehen, sind sie nicht der willkürlichen Kontrolle unterworfen. Dies ist eine typische Eigenschaft der glatten Muskulatur.

2. Einflussgrößen

Es lässt sich also feststellen, dass die Größe der Pupille als Resultat unter anderem der Einwirkung des vegetativen Nervensystems unterliegt. Weitere Einflussfaktoren wären z.B. physikalischer, physiologischer und psychologischer Art.

2.1 Einflussgrößen physikalischer Art

Eine Einflussgröße physikalischer Art wäre z.B. die normale Lichtreaktion des Auges. Je nach Helligkeit der umgebenden Umwelt öffnet oder schliesst sich die Pupille, wobei die Rezeptoren der Netzhaut als Messfühler dienen.

Messtechnisch interessant ist die Tatsache, dass im nicht-pathologischen Fall die Beleuchtung eines Auges mit einer Lichtquelle zu einer Anpassung des Pupillendurchmessers auch im nicht-beleuchteten Auge führt, also beide Augen die gleiche Pupillenreaktion zeigen. Dies bezeichnet man als konsensuelle Pupillenreaktion. Als Folge dieser Reaktion reicht es für die Untersuchung der Pupillenreaktion aus, nur eine der beiden Pupillen zu beobachten.

Eine weitere physikalische Pupillenreaktion ist die Konvergenzreaktion, welche für die Änderung der Pupillengröße, bei der Änderung des Fixationspunktes von z.B. einem fernen Punkt auf einen nahen Punkt, steht (je näher das Objekt kommt, desto kleiner wird die Pupille).

2.2 Einflussgrößen physiologischer Art

Eine Einflussgröße physiologischer Art in Bezug auf die Pupillenreaktion wäre z.B. die normale Unruhe (Fluktuation) der Pupillengröße. Eine extreme Auftretensform wird als Hippus pupillae (ICD10 H57.0) bezeichnet. Diese ist durch einen schnellen Wechsel von Enge und Weite der Pupille, ohne äußeren Reiz, gekennzeichnet.

2.3 Einflussgrößen psychologischer Art

Als Einflussgrößen psychologischer Art wären zu nennen, die allgemeine Aktivierung des Nervensystems (z.B. aufgrund von Nervosität), die Habituation, also die Gewöhnung an einen Reiz, die Orientierungsreaktion (z.B. ein unerwartetes Geräusch), Emotionen, wobei bei emotionalen Reizen nicht die Qualität des Reizes wichtig ist, sondern die Intensität. Des weiteren hat die kognitive Tätigkeit zum Messzeitpunkt einen Einfluss auf die Pupillenreaktion und sowohl die physiologische als auch die psychologische Ermüdung.

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