4.2 Kognitive Reaktionen
Experiment Hess & Polt, 1964:
Einigen Versuchspersonen wurden unterschiedlich schwierige Kopf-Rechenaufgaben gestellt. Es stellte sich heraus, dass sich kurz vor Aussprechen des Ergebnisses die Pupille weitete. Je komplizierter die Aufgabe war, umso stärker fiel die Pupillenreaktion aus.
Bei einigen Versuchspersonen gab es nach dem Aussprechen eine erneute Pupillenreaktion, eben wenn der Proband das Ergebnis nochmals überprüfte.
War die Aufgabe zu leicht oder viel zu schwierig, veränderte sich die Größe der Pupille nicht messbar.
Dieser Effekt zeigte sich ebenfalls bei Buchstabierungsaufgaben, bei der sich je nach Schwierigkeitsgrad die Pupillen weiteten.
Man kann allgemein sagen, dass kognitive Tätigkeit den Pupillendurchmesser wachsen lässt. (Kahnemann & Beatty, 1966)
5 Spezielle Aspekte
5.1 Die Pupillenreaktion bei Schizophrenie
May, 1948 untersuchte die Pupillen mehrerer Hundert schizophrener Patienten auf Gleichheit, und deren Reaktion auf Licht, Schmerz und Muskelanspannung.
Er fand heraus, dass bei 19% der Schizophrenen die Pupillen ungleich reagierten, was bei normalen Probanden nur bei 3% der Fall war. Ähnliches gilt für die Reaktion auf die anderen Variablen. May führte das einerseits auf die emotionale Instabilität der schizophrenen Probanden zurück und andererseits auf den zu gesunden Menschen unterschiedlichen Muskeltonus.