Jun
15
2009

Pupillometrie

5.2 Funktion der Pupille in der sozialen Interaktion

Stass & Willis stellten 1967 in einem Experiment fest, dass Personen, denen die Pupillen künstlich mit Atropin erweitert worden sind, bevorzugt ausgewählt wurden. Es scheint sogar zu einer wechselseitigen Pupillenweitung zu kommen, da das Gegenüber sich selbst als sympathisch wahrgenommen fühlt, und daraufhin selbst mit einer Pupillenweitung reagiert.
Hess & Goodwin stellten 1974 fest, dass bereits vier Monate alte Kinder mit unterschiedlichen Pupillenreaktionen auf fremde und vertraute Gesichter reagieren. Es scheint sich also um eine angeborene Eigenschaft zu handeln, die ja auch zum Kindchenschema gehört und als adaptiv betrachtet werden kann.
Vermutlich lösen bekannte Gesichter eine verstärkte affektive und kognitive Reaktion aus, was sich, wie bereits dargestellt, in der Pupillenweitung äußert.

5.3 Konditionierbarkeit

Die Konditionierbarkeit der Pupillenreaktion konnte nicht eindeutig nachgewiesen, bzw. zweifelsfrei repliziert werden. In einem Experiment von Geral & Woodworth, 1958 wurde eine Kombination von Lichtreiz und Elektroschock als US, und ein Ton als CS erfolgreich eingesetzt, jedoch nur bei relativ dichter Abfolge von US und CS.

6 Fazit

Generell scheinen die Störgrößen, die sich auf die Messung auswirken, nur sehr schwer zu kontrollieren sein, sodass innerhalb der gesamten Pupillometrie wenig sichere Aussagen getroffen werden können. Dies dürfte auch eine Ursache dafür sein, dass die Pupillometrie in der heutigen Forschung nur noch wenig Aufmerksamkeit erhält.

Laut unserer PsycInfo-Datenbank gab es für das Jahr 2005 nur eine einzige Veröffentlichung, die die Pupillengröße mit einbezieht. (Nuthmann, Van Der Meer, 2005) Dort wurde untersucht, wie sich die Wahrnehmung der Zeit auf das Lösen von Aufgaben auswirkt. Die Pupillometrie wurde als Korrelat zum beobachtbaren Verhalten mit einbezogen. Die übrigen Veröffentlichung des Jahres berücksichtigten lediglich den Licht-Reflex des Auges in Bezug auf eher physiologische Variablen.

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