Aug
02
2009

Belastung, Bewältigung und Gesundheit

Stressbewältigung im Lehrerberuf – Der Zusammenhang zwischen Belastung, Bewältigung und Gesundheit

Lehrer sind stark belastet

Ungefähr 10-35% der Lehrer leiden unter massiven Befindlichkeitsstörungen im Sinne einer Burnout-Symptomatik, psychische Störungen sind auch der Hauptgrund, warum Lehrer vorzeitig aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Hinzu kommt, dass Lehrer, die sich in stationärer Behandlung befinden, die Belastungen überdurchschnittlich stark auf ihren Beruf zurückführen.

Das transaktionale Stressmodell

Trotz ähnlicher Belastung erkranken einige Lehrer, doch andere nicht. Dies lässt sich durch einen unterschiedlichen Umgang mit den Stressoren erklären, den verfügbaren und angewendeten Bewältigungsstrategien. Nach Lazarus, der das transaktionale Stressmodell entwarf, ist Stress kein objektiv gleichartiges Geschehen, sondern ist einer subjektiven Interpretation unterworfen: Stress ist das, was man draus macht. Dabei unterscheidet er zwei grundlegende Stressverarbeitungsstrategien: problemfokussierende Stressbewältigung, also die aktive Lösung des Problems in der Außenwelt, und die emotionsfokussierende Bewältigung, die der Regulation der negativen Emotionen dient. Je nachdem, wie gut die Bewältigung klappt, ist Wohlbefinden oder eine Stressreaktion die Folge.

Welche Strategie ist die bessere

Häufig wird die problem-fokussierende Bewältigung als gesundheitsförderlicher angesehen, jedoch finden sich da unterschiedliche Befunde. Lazarus findet gar, dass sich in der günstigeren Bewertung des problemorientierten Bewältigungsstils die gesellschaftliche, einseitige Tendenz niederschlägt, die Umwelt als kontrollierbar erleben zu wollen. Die heterogenen Befunde deuten darauf hin, dass es kein Patentrezept für den Umgang mit Stress gibt.

Das Flexibilitätskonzept

Kann zwar kein generell besserer Bewältigungsstil genannt werden, so kann das flexible Zusammenwirken verschiedener Strategien ein anderes Bild ergeben. Ändern sich die situationalen Bedingungen, so kann es sinnvoll sein, auch den Bewältigungsstil zu wechseln. So liegt die Kompetenz also nicht in der Auswahl eines guten Bewältigungsstiles, sondern in der Fähigkeit, je nach Situation und Begebenheit die passende Strategie zu erkennen und abzubilden.

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1 Kommentar »

  • Martin Winkler sagt:

    Stress ist, was man daraus macht. Allerdings sind emotionsfokussierende Bewältigungsstrategien bei Stress bisher schwer anzuwenden. Nach meiner Erfahrung liegt das (auch) daran, dass eben die emotionalen Erlebnisse eine lange Vorgeschichte haben und eigentlich eher im Sinne von “Nadelstichtraumata” schon immer und immer wieder aufgetreten sind. Übliche Stressbewältigungsmechanismen haben da Schwächen.

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